Neue Redner für „Friedensfest“ in Rottenburg angekündigt

Die als „Friedensfest“ getarnte Kundgebung der Pandemie-LeugnerInnen in Rottenburg hat einige Veränderungen erfahren.
Statt einem Aufzug wird es nun nur eine Kundgebung geben, die bei der Festhalle stattfinden soll.
Auch bei den angekündigten RednerInnen gab es Änderungen. Kevin Mohr („Kilez More“) taucht nicht mehr in der Ankündigung auf. Stattdessen tauchen neu auf:

  • Heinrich Fiechtner, Ex-AfD-Landtagsabgeordneter
  • Guido C. Hofmann, Arzt, u.a. Redner auf Querdenken-Demos in Weinheim und Bregenz
  • Rolf Kron, Arzt für Homöopathie, Ansprechpartner des „Levana Verbund – Elternstammtische für Impfaufklärung“
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Boris Palmer als Gastautor bei rechtem Portal

Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen, veröffentlichte am 12. November 2020 auf dem Portal „Achse des Guten“ (AchGut) den Beitrag „Wenn Polizisten berichten: Wie wäre es mal mit Zuhören?“.

Inhaltlich wird in dem Text betrachtet Palmer „Junge Männer mit Migrationshintergrund oder Fluchtbezug“ als ein besonderes „Problem“.
Es ist das Vorwort von Palmer zu dem Buch „Polizei im Fadenkreuz. Innere Sicherheit auf Untergangskurs“ von Norbert Zerr.

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Kopp-Verlag: Online-Kongress geplant

Der Kopp-Verlag in Rottenburg plant vom 21. bis zum 29. November 2020 einen Online-Kongress zum Thema „Wie mit Corona die Welt verändert wird“. Die Veranstaltung wurde vom Kopp-Verlag über ganzseitige Farb-Anzeigen in der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ Nr. 46 und 47/2020.
Angekündigte RednerInnen sind:

  • Prof. Sucharit Bhakdi, ein Pandemie-Leugner der ersten Stunde
  • Andreas von Bülow, Ex-Bundesminister und 9/11-Verschwörungsideologe zum Thema 9. November
  • Dr. Bruce Fife, auch Buchautor im Kopp-Verlag
  • Prof. Dr. Stefan W. Hockertz, ebenfalls ein Pandemie-Leugner der ersten Stunde
  • Dr. Markus Krall, rechter Buch-Autor
  • Thor Kunkel, Buch-Autor im Kopp-Verlag, war 2017 der Spindoctor für die AfD
  • Dirk Müller, Finanz-und Börsen-Experte
  • Willy Wimmer, ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter

Eine Karte kostet immerhin 39 Euro. Möglicherweise wird dieser Preis bei den vielen kostenlosen Konkurrenz-Angeboten viele abschrecken.

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Verhinderter „Lichterspaziergang“ am 9. November zum Synagogen-Denkmal in Tübingen

Am 9. November 2020 versuchten etwa 20 Pandemie-LeugnerInnen einen „Lichterspaziergang“ in Richtung des Synagoge-Denkmal zu veranstalten, was aber nach Berichten von Antifas unterbunden wurde.  

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Unerwartet große Kundgebung der Pandemie-LeugnerInnen in Tübingen am 16. November

Die Popstars der Pandemie-Leugnung machten am 16. November 2020 im Rahmen einer „Corona-Info-Tour“ ab 11 Uhr auch Halt in Tübingen.
Trotz der kurzen Mobilisierungs-Zeit von nur zwei Tagen versammelten sich mehrere hundert Menschen auf der matschigen Wiese des Tübinger Festplatz. Vermutlich als gezielte Provokation gedacht lag der Kundgebungs-Ort in starker Nähe zu der Corona-Teststation.

Die Polizei schätzte die Menge auf 300 Personen. Das Tagblatt schreibt von 400. Eine unabhängige Zählung kam sogar auf 450 Personen. Die Nummernschilder verwiesen auf Anfahrten aus Orten wie Balingen, Calw, Esslingen, Freudenstadt, Göppingen oder Nürtingen. Trotzdem ist davon auszugehen dass die meisten Teilnehmenden aus den Kreisen Reutlingen und Tübingen kamen.

Die Redner und schlechte Musik
Der wie ein Popstar begrüßte Arzt Bodo Schiffmann sprach ganz am Anfang. Er warnte mit einer NS-Analogie sein Publikum:
„Und wir haben am 18.11. ein Ermächtigungsgesetz vor der Tür stehen. Und 1933 wurde auch ein Ermächtigungsgesetz gemacht. Und viele Anteile dieser Gesetze sind fast identisch.“
Bei aller Kritik an dem neuen Gesetz der Bundesregierung, aber die Analogie verharmlost natürlich die NS-Machtübernahme.
Darauf folgte das Abspielen des Liedes „Deutschland zeig Dein Gesicht“ mit deutlich nationalistischen Untertönen, denn appelliert wurde an die Nation als Kollektiv.
Der Querdenken-Hausanwalt Ralf Ludwig aus Leipzig verglich die Situation dagegen eher mit dem Jahr 1918. Die durch den 1918 beendeten Weltkrieg traumatisierten Menschen hätten dann den Holocaust begangen:
„Und ich hab jetzt vor kurzem in einem Interview gesagt, ich sehe uns nicht im Jahr 1933, es ist viel schlimmer, wir sind jetzt grade im Jahr 1918. Mit Menschen die nach dem ersten massenindustriell geführten Krieg – mit Massenvernichtungswaffen geführten Krieg, hochgradig traumatisiert sind.
Und hochgradig traumatisierte Menschen haben die Kinder damals unterrichtet. Und haben die Menschen geschaffen, die ab 33 in der Lage waren, den Holocaust den es gegeben hat, durchzuführen. Das waren traumatisierte Menschen. Und wir, wir traumatisieren jetzt grade unsere Kinder. Wir traumatisieren die Menschen, die Angst haben vor einem Virus, den es in dieser Form nicht gibt. Jedenfalls nicht in dieser schlimmen Form. Und das heißt 1933 steht uns noch bevor.“

Die NS-TäterInnen waren aber nicht Weltkriegs-Traumatisierte, sondern nationalistisch und antisemitisch Fanatisierte.
Der Unternehmer Wolfgang Greulich rief linken Gegendemonstrierenden zu: „Wird Zeit das ihr hierher kommt und euch um unser Land kümmert!“
Weiter sprach noch Samuel Eckert.

Als Gastredner trat Hans Tolzin aus Herrenberg, ein bekannter Impfkritiker, auf, der u.a. mehrfacher Buch-Autor im Kopp-Verlag ist.
Als zweiter Gastredner forderte Jörg Kinkel aus Stuttgart, Immobilien-Makler und Neffe des ehemaligen FDP-Außenministers Klaus Kinkel, u.a. ein „spirituelles Erwachen“ und bewarb den „Plan B“ der rechten „Wissensmanufaktur“. Die „Wissensmanufaktur beruft sich u.a. offen auf den Nazi-Zinskritiker Gottfried Feder.

Das Publikum
Im Publikum bewegten sich auch alte Bekannte wie Dragan Nesovic aus Balingen, ein Ex-AfD-Mitgliedsanwärter und Landesvorsitzender der neu gegründeten „Basisdemokratischen Partei Deutschlands“.
Interessanterweise wurde nur wenige Minuten nach dem Ende der Kundgebung auf der Facebook-Seite der AfD Tübingen ein Link zu einer Youtube-Aufnahme der Veranstaltung beworben.

Schilder waren nur wenige zu sehen, so trug ein Mann u.a. ein Schild mit der Aufschrift „Es bröckelt!!! Schon mal an Jesus gedacht?“.
Von den als Journalisten getarnten sympathisierten Youtubern war u.a. eine Person von „Klagepaten“ und ein rechter Tierrechts-Aktivist mit dem Pseudonym „TassMann“ unterwegs.

Fazit
Die antifaschistische Linke in Tübingen muss sich selbstkritisch fragen, warum sie so schwach vertreten war und wie kreative Konzepte gegen so ein reaktionäres Stelldichein aussehen könnten.
Das bis zu 450 Verschwörungsgläubige sich die Predigten von Bodo Schiffmann und Co. problemlos anhören konnten, ist eine Art von Niederlage.
Schiffmann ist NS-Relativierer und ließ vor ein paar Tagen bei einem Auftritt in Frankfurt/Oder deutliche Sympathien für die AfD erkennen.
Klar, nicht jede*r hat an einem Montagvormittag Zeit, trotzdem wurde das Ausmaß offenkundig stark unterschätzt.
Von der Größe der Veranstaltung in Tübingen waren aber selbst die Veranstalter überrascht. Schiffmann lobte den Halt mit den Worten, er glaube Tübingen sei der Ort, an dem „die meisten Menschen, die an einem Vormittag zusammen kamen“. Auch Ludwig lobte den Halt in Tübingen als „die beste Morgenveranstaltung, die wir je hatten“.

Warum z.B. Schüler*innen tagtäglich Maske tragen müssen, aber den Pandemie-LeugnerInnen zugestanden wurde, auf ihrer Kundgebung auf eine Maske zu verzichten, bleibt das Geheimnis der Behörden.
Es war jedenfalls, so freute sich Schiffman, die erste Veranstaltung ohne behördliche Masken-Auflage.

PS: Wir bedanken uns an alle, die bei diesem Text mitgeholfen haben.

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Pandemie-Leugner am Montag auf dem Tübinger Festplatz

Die „Corona-Info-Tour“ will am 16. November 11 Uhr in Tübingen am Festplatz Halt machen.
Angekündigt ist auf jeden Fall der Arzt Bodo Schiffmann, der sich explizit nicht von dem gewaltaufrufenden Antisemiten Attila Hildmann distanzieren will und auchs elber NS-relativierende Vergleiche macht.

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Prominente Pandemie-Leugner für Tübingen angekündigt

Im Rahmen ihrer „Corona-Info-Tour“ werden am Montag, den 16. November 2020, mit einem Bus die beiden prominenten Pandemie-Leugner Bodo Schiffmann und Samuel Eckert Halt machen.

Da nach Tübingen noch zwei weitere Stationen (Ulm, Kempten) angekündigt sind, ist davon auszugehen dass der Bus am Vormittag in Tübingen aufschlägt. 

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Rottenburger RednerInnen: Christian Stockmann

Der für den 28. November 2020 in Rottenburg angekündigte Redner Christian Stockmann trat auch am 29. August 2020 in Berlin auf.

Hier sang der evangelikale Prediger für sein „geliebtes Deutschland“ und appellierte „Erhebt euch Krieger des Lichts“.

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Pandemie-LeugnerInnen planen „Friedensfest“ in Rottenburg

Pandemie-LeugnerInnen planen am 28. November 2020 eine als „Friedensfest“ getarnte Demonstration in Rottenburg.


Aufgeboten wird die B-Prominenz der Querdenker. Konkret angekündigt sind folgende RednerInnen:

  • Christian Stockmann, Pastor und evangelikaler Prediger, sowie Gründer von „Christen im Widerstand“
  • Karl Hilz aus München, Kriminalhauptkommissar a.D., mehrfacher Redner auf Anti-Corona-Demos
  • Florian D. Pfaff, Major a.D. der Bundeswehr, der aus pazifistischen Gründen zeitweise den Dienst verweigerte
  • Helmut Krause aus Puchheim bei München, aktiv bei „Rechtsanwälte für Aufklärung“ und Moderator des Querdenkerforums
  • Johann Walker, Arzt für Homöopathie
  • Heinz Huber, Arzt für Homöopathie, aktiv bei „Grundrechte Nordschwarzwald Chat“
  • Jochem Bodemer, Biolandwirt und Mitveranstalter von Anti-Corona-Demos in Ehingen
  • Susanne Jesch aus Rottenburg, Rednerin auf Anti-Corona-Demo in Tübingen am 31. Oktober 2020
  • Christian Rogotzki aus Landsberg am Lech, Sänger
  • Katharina Schmid, Sängerin
  • Kevin Mohr alias „Kilez More“ aus Wien, ein „Österreichischer Rapper aus der Truther-Szene, der mit Vorliebe zu den Themen „Klimalüge“, 9/11, Bilderberger-Verschwörung, Chemtrails und EU-Kritik rappt.“; er rappte 2011 darüber, dass der von Menschen verursachte Klimawandel ein Schwindel sei
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Tübinger Anthroposophie-Professor als Aktivist bei Corona-Querfront

Ein Anthroposophie-kritischer Blog berichtete in einem Beitrag vom 6. August 2020 dass der Anthroposophie-Professor Christoph J. Hueck aus Tübingen die Teilnahme von extremen Rechten an den Anti-Corona-Demos offen leugnet.
Hueck verharmloste konkret die Anti-Corona-Demo am 1. August 2020 und wollte keine Reichsflaggen gesehen haben.
Kein Wunder, Hueck war selber Redner dort und hat nach Eigenauskunft bisher bei zehn Demonstrationen gesprochen.
Hueck ist es auch grundsätzlich egal, ob Rechtsradikale auf den Anti-Corona-Demos mitlaufen:
„Sollten tatsächlich ein paar Rechtsradikale auf der Demo mitgelaufen sein, dann stört mich auch das nicht.“
(Christoph Hueck, Akanthos-Akademie.de, 2. August 2020)

Hueck ist inzwischen unter die Parteigründer gegangen und engagiert sich in der Corona-verschwörungsideologischen Partei „WIR2020“.
Hier arbeitet er am Programm des Landesverbands mit.

Die derzeitige Homepage des Partei-Landesverbandes ist sogar auf der Domain „www.christoph-hueck.de“ untergebracht.

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