Tübinger Oberbürgermeister Palmer Opfer eines rechten shitstorms

Das „Schwäbische Tagblatt“ berichtet darüber dass der Tübinger Oberbürgermeister Palmer ab dem 21. Dezember 2021 Opfer eines rechten shitstorms geworden ist.
Anlass dazu waren die von Palmer geforderten autoritären Maßnahmen gegen Impf-Unwillige: Bußgelder, Zutrittsverbote oder die Zurückhaltung von Rentenzahlungen.
In einer Facebook-Diskussion schrieb er sogar gegen einen Diskutanten: „Gerade für Sie braucht es die Impfpflicht – gerne bis zur Beugehaft.“
Das ist alles andere als fortschrittlich oder antiautoritär, aber Palmer hat keinerlei Entscheidungsgewalt in dieser Sache.
Der shitstorm gegen Palmer war in Teilen antisemitisch geprägt.

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Rückblick: rechte Aktivitäten 2021 im Kreis Tübingen

Das verrückte Jahr 2021 ist zu Ende gegangen und wir von der Recherche-Gruppe „Tübingen vs. Rechtsaußen“ wollen einen Rückblick auf die rechten und reaktionären Aktivitäten im Kreis Tübingen werfen.

Aktivitäten der extrem rechten AfD
Es ist unklar, ob überhaupt noch in Tübingen weiterhin ein aktiver AfD-Kreisverband existiert. Über ein paar Facebook-Reposts hinaus ist die AfD Tübingen nur wenig wahrnehmbar.

Zur Landtagswahl am 14. März 2021 kandidierte im Wahlkreis Tübingen der Rechtsanwalt Ingo Reetzke aus Reutlingen, der auch in Reutlingen als Kandidat antrat. Es gab lediglich am 27. Februar 2021 einen Infostand in Hirrlingen (Kreis Tübingen), der aber vom AfD-Kreisverband Zollernalb organisiert wurde.
Ähnlich inaktiv verhielt sich die AfD im Kreis Tübingen auch bei der Bundestagswahl am 26. September 2021.

Die AfD-Jugendorganisation war da auffälliger. Am 24. Mai 2021 veranstaltete die „Junge Alternative Südwürttemberg“ im Kreis Tübingen eine Pfingstwanderung vom Tübinger Bismarckturm zur Wurmlinger Kapelle.

Einzelne AfD-Mitglieder aus dem Kreis sind durchaus aktiv, wie z.B. Markus Himming. Markus Himming, früher in Ammerbuch ansässig, war immerhin von Juli 2017 bis April 2018 stellvertretender Sprecher der AfD Tübingen und fungierte auch als Bundesdelegierter der AfD Tübingen. Er hat dem Antisemiten und für die AfD 2016 in den Landtag gewählten Abgeordneten Wolfgang Gedeon einen Video-Rückblick auf dessen Abgeordneten-Tätigkeit zusammengeschnitten.

Der Kopp-Verlag in Rottenburg
Der in Rottenburg ansässige Kopp-Verlag ist von bundesweiter Bedeutung. Kerngeschäft des Verlags sind Verschwörungsideologie und Esoterik.
Der Kopp-Verlag wurde in der Corona-Krise zum Krisengewinner und versuchte sich als Hausverlag der Pandemie-LeugnerInnen zu etablieren.
So erschienen 2020/2021 beim Kopp-Verlag mehrere Bücher oder Übersetzungen die Corona-Verschwörungserzählungen enthielten.
Konkret erschien 2021 zum Beispiel das Buch „Generation Maske“ von Stefan Hockertz.

Im Kopp-Verlag erschien 2021 auch der Sammelband „Perspektiven der Freiheit“, aus dem Umfeld des rechten marktradikalen Hayek-Club in Salzburg.

Werbung für den Kopp-Produkte macht seit dem 15. Januar 2021 der B-Promi, Trump-Fan und Verschwörungsideologe Michael Wendler auf seinem Telegram-Kanal.

Daneben schaltete der Verlag auch Anzeigen. Mit seiner Anzeigen-Politik unterstützte der Kopp-Verlag direkt Publikationen der extremen Rechten. Fast jede Monatsausgabe der national-neoliberalen Zeitschrift „eigentümlich frei“ und des rechtspopulistischen COMPACT-Magazins enthalten farbige A4-Anzeigen des Verlags. Eine Anzeige bei COMPACT kostete 2017 4.350 Euro.
Hinzu kommen häufige Anzeigen in der neurechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“.

Der Hohenrain-Verlag in Tübingen
Der Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“ berichtete dass der extrem rechte Hohenrain-Verlag im Frühjahr 2021 bekanntgegeben habe, seine Verlagstätigkeit einzustellen. Allerdings wird er noch als Buchversand fortgeführt.
Im Hohenrain-Verlag und seinem Vorgänger, dem Grabert-Verlag, wurden von drei Generationen der Grabert-Familie seit 1953 extrem rechte Bücher herausgegeben.
Tatsächlich wurde die „Gesellschaft Hohenrain-Verlag GmbH“ am 11. Januar 2021 aufgelöst.
Liquidator des Verlags ist der Inhaber und Geschäftsführer Bernhard Grabert.

Rechte an der Universität und Umfeld
Auch an der Universität bzw. in ihrem Umfeld finden sich einzelne Rechte, die vor allem publizistisch aktiv sind.
Ein Beispiel wäre Thomas Junker. Das Infoportal „queer.de“ berichtete Anfang 2021 dass der homophobe Professor Ulrich Kutschera aus Kassel Unterstützung von Thomas Junker, einem Professor der Uni Tübingen erhält.
Junker ist auch Unterzeichner der rechten „Erklärung 2018“ .

Studentenverbindungen in Tübingen
Die konservativen bis deutschnationalen Verbindungen in Tübingen konnten auch 2021 auf Grund der Corona-Bestimmungen ihre Semester-Aktivitäten nur in sehr eingeschränkten Maß durchführen.

Am 20. Januar 2021 sollte bei der Studentenverbindung Wingolf in Tübingen eigentlich ein Vortrag zum „Schwangerschaftskonflikt“ mit dem antifeministischen Abtreibungsgegner Kristijan Aufiero stattfinden. Auf Grund der Pandemie-Lage wurde der Vortrag auf den 19. Januar 2022 verlegt.

Laut einem Tagblatt-Artikel wurde möglicherweise am 15. Oktober 2021 bei einer Veranstaltung der Akademischen Verbindung Guestfalia zu Tübingen laut „Sieg Heil“ gerufen. Die Guestfalia widerspricht inzwischen dieser Darstellung.

Kontakte nach Rechtsaußen sind auf jeden Fall weiter nachweisbar. Auf den Bildern von einer Veranstaltung der Straßburger Burschenschaft Germania zu Tübingen im Juli 2021 ist ganz rechts auch das AfD-Mitglied Kristof Heitmann zu entdecken.
Heitmann ist seit 2017 Mitarbeiter des AfD-Landtagsabgeordneten Anton Baron und war 2021 AfD-Direktkandidat zur kommenden Bundestagswahl im Wahlkreis 291 (Ulm).

Rechts-offene Pandemie-LeugnerInnen
Seit April 2020 waren in Baden-Württemberg Pandemie-LeugnerInnen online und auf der Straße aktiv. Diese Bewegung nahm schnell verschwörungsideologische Züge an und war für extreme Rechte offen. So entstand eine Mischszene, die sich nach rechts nicht abgrenzt.
In der Stadt Tübingen hatte diese Bewegung eher schlechte Karten.

Im Jahr 2021 gab es mindestens 19 Demonstrationen der Pandemie-LeugnerInnen im Kreis Tübingen.
Die meisten davon in der Stadt Tübingen, nämlich acht: 12.03. (40 Personen, „Elternnetzwerk BaWü“, abgebrochen), 19.03. (Autokorso), 01.04. (Autokorso), 10.04. (150-300 Personen), 23.04. (Autokorso mit 15-20 Autos), 27.07. (450 Personen, „Corona-Info-Tour 2.0“), 27.12.
Eine Demonstrations-Serie gab es auch in Ofterdingen: 26.04. (50 Personen), 14.05. (100 Personen), 28.05., 11.06. (40 Personen), 25.06.
Weitere Corona-Proteste fanden in Rottenburg statt: 06.02. (20 Personen), 31.10., 24.12., 27.12.
Eine weitere Demonstration fand laut Ankündigung in Gomaringen statt: 31.05.
Zwei weitere in Mössingen: 03.07. (Rad-Demo mit 5 Personen), 27.12.

Aus dem selben Spektrum kamen drei weitere Demonstrationen:

  • Als am 20. August 2021 der Gesundheitsminister Jens Spahn Mössingen besuchte demonstrierten 50 bis 60 Personen Pandemie-LeugnerInnen gegen ihn.
    Gegen Spahn kam es dabei auch zu homophoben Beschimpfungen.
  • Am 16. September 2021 demonstrierten ca. 20 Impf-Gegner*innen in Entringen (Kreis Tübingen) gegen einen Impf-Bus.
  • Am 23. September 2021 versuchten 10 ImpfgegnerInnen in Rottenburg einen Impfbus bei der Anfahrt zum Eugen-Bolz-Gymnasium zu blockieren.

Mehrfach kam es auch im Tübinger Stadtgebiet zu Schmierereien der Pandemie-LeugnerInnen:

  • In der Nacht vom 5. auf den 6. Mai 2021 tauchten in der Unterführung beim Tübinger Epplehaus Graffiti aus dem Querdenken-Spektrum („Masken runter“ etc.) auf.
  • Am 27. November 2021 wurde entdeckt dass die Corona-Teststation am Tübinger Haagtorplatz mit den Schriftzügen „The show must go on“ und „Testen für die Plandemie“ beschmiert wurde.

In Tübingen ist als studentische Gruppe der Pandemie-LeugnerInnen seit Mitte November 2021 verstärkt der örtliche Ableger von „Studenten stehen auf“ aktiv.
Ein weiterer Akteur aus diesem Spektrum ist die Parteineugründung „Basisdemokratische Partei Deutschlands“.

„Basisdemokratische Partei“ (die Basis)
Die „Basisdemokratische Partei“, kurz „die Basis“, gilt als parteipolitischer Arm der Pandemie-LeugnerInnen.
Am 15. Mai 2021 wurde der Kreisverband Tübingen von „die Basis“ gegründet.
Sowohl zur Landtagswahl im März als auch zur Bundestagswahl entfaltete die Partei Aktivitäten, zum Beispiel in Form von Infoständen in Tübingen, Rottenburg oder auch Gomaringen.
Am 10. September 2021 fand in Tübingen kurz vor der Bundestagswahl eine Kundgebung von „die Basis“ mit etwa 80 Personen statt. RednerInnen waren Sofia El Mestary aus Reutlingen, Dietmar Ferger und Johanna Pardo.

Eine wichtige Person für „die Basis“ ist der in Tübingen-Bebenhausen ansässige Anthroposoph Christoph Hueck.
Direktkandidatin zur Bundestagwahl im Wahlkreis Tübingen war Johanna Pardo. Zugleich war sie auch Kandidatin auf Listenplatz Nr. 7 in Baden-Württemberg.
Die gar nicht im Kreis Tübingen lebende Pardo ist keine Rechte, aber eine Diktatur-Verharmloserin. Sie äußerte sich am 14. September 2021 auf Instagram wie folgt:
„Nach 3 Monaten Kampf um ein Bankkonto, ist es nun endlich so weit. 🥳🥳 Der Kreisverband Tübingen ist stolzer Besitzer eines Kontos. Halleluja! Mir braucht niemand mehr erzählen, dass wir in einer Demokratie leben, wenn neue Parteien so geblockt werden.“

Nationalismus mit Migrationshintergrund
Am 17. April 2021 kam es in Tübingen zu einem anti-kurdischen Übergriff auf eine Frau durch einen 22-jährigen türkischen Nationalisten.

Boris Palmer
Am 12. Juni 2021 sollte in der Turn- und Festhalle in Walddorfhäslach (Kreis Reutlingen) der evangelikale „Christlicher Pädagogentag“ stattfinden. Angekündigter Referent war u.a. auch Boris Palmer, der Oberbürgermeister von Tübingen.
Ansonsten hielt sich Palmer 2021 relativ stark zurück, offenbar um nicht seine OB-Wiederkandidatur zu gefährden.

Sonstige rechte Aktivitäten
Am 30. Oktober 2021 fand in Tübingen eine „Christopher Street Day“-Parade statt, gegen diesen entrollten organisierte die extrem rechte „Schwabenbande“ auf dem Keppler-Gymnasium einen Banner mit der Aufschrift „Zapfenstreich statt CSD“.

Rechte Straftaten (Angriffe etc.)
Im Jahr 2021 gab es im Kreis Tübingen mehrere rechte Straftaten (Angriffe etc.):

  • In der Silvester-Nacht vom 31. Dezember 2020 auf den 1. Januar 2021 wurde in Wachendorf bei Rottenburg die Polizei gerufen, weil eine Neonazi-Gruppe mit „Heil Hitler“-Rufen in der Nachbarschaft provozierten. Als sich Nachbarn beschwerten, wurde der Kritiker von einem Mann aus der Neonazi-Gruppe angegriffen.
  • Am 22. Februar 2021 wurde entdeckt dass in Tübingen das Plakat einer SPD-Kandidatin mit dem Kommentar „= Antideutsche Partei“ beschmiert wurde.
  • Anfang Mai 2021 tauchte in der Innenstadt von Tübingen ein Graffiti nahe dem Bürgeramt auf, in dem Klaus Schwab, Vorsitzender des Weltwirtschaftsforum, über die SS-Doppelsigrunen als Nazi markiert wurde.
  • In der Nähe zum hinteren Eingang des Nonnenhaus wurde am 25. Mai 2021 ein rassistischer Mordaufruf gegen schwarze Menschen gefunden.
    Es handelte sich um eine etwa 15cm große Edding-Schmiererei.

Antisemitismus
Leider wurden für das Jahr 2021 auch sechs antisemitische Vorfälle im Kreis Tübingen dokumentiert:

  • In Pfäffingen (Kreis Tübingen) wurde am 17. Februar 2021 entdeckt dass auf ein Wahlplakat der CDU-Kandidatin „Der Holocaust ist ne Lüge“ geschmiert wurde.
  • In Tübingen wurde am 27. Februar 2021 entdeckt dass in Nähe der Steinlach ein Plakat einer SPD-Kandidatin mit einem gelben Davidstern markiert und mit den Worten „FCK US“ beschmiert wurde.
  • Am 26. April 2021 fand in Ofterdingen (Kreis Tübingen) eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mit 50 Personen statt.
    Ein Redner behauptete in verschwörungstheoretisch-antisemitischer Manier, es sei eine „globale Elite der Rockefellers, Rothschilds und Gates“ am Werk.
  • Am 15. Mai 2021 fand in Tübingen auf der Platanenallee eine Anti-Israel-Kundgebung statt, an der 100 bis 150 Personen teilnahmen.
    Im Aufruf-Text wurde Israel als „koloniale Herrschaft“ bezeichnet. Weiter hieß es: „Denn eine Welt, in der Palästina vom Meer bis zum Fluss frei sein wird, wird eine Welt sein, in der alle Menschen auf der ganzen Welt frei von kolonialistischer Unterdrückung, Ausbeutung und Patriarchat leben können.“
    Mit dem Wunsch eines „Palästina vom Meer bis zum Fluss“ ist ein Palästina vom Mittelmeer bis zum Jordan gemeint. Damit wird Israel verbal eliminiert, d.h. dem jüdischen Staat wird das Existenzrecht abgesprochen.
  • Vermutlich in der Nacht vom 2. auf den 3. Juli 2021 wurde im Tübingen im Wohnprojekt Schellingstraße ein Davidstern auf einem Lichtschalter am
    Eingang des Schellinghauptgebäudes mit einem 70 cm langen Kreuz aus roter
    Fassadenfarbe übermalt und durchgestrichen.
  • Am 10. September 2021 gab es in Tübingen die antisemitische Markierung eines Wahlplakates des SPD-Bundestagskandidaten.

Fazit und Ausblick
Die rechts-offenen und verschwörungsideologischen Pandemie-LeugnerInnen scheinen eher auf die kleineren Orte auszuweichen. Im Vergleich mit dem Kreis Reutlingen oder dem Zollernalbkreis sind die Pandemie-LeugnerInnen im ganzen Kreis Tübingen schwach, auch weil ihnen hier entgegen getreten wird.

Tübingen ist sicherlich keine rechte Hochburg, aber die Produkte aus dem Kopp-Verlag in Rottenburg haben eindeutig eine bundesweite Bedeutung für die extreme Rechte.

Aus bestimmten Bereichen und Spektren ist nur wenig bekannt. Es fehlen für 2021 jegliche Informationen über Aktivitäten von ReichsbürgerInnen, christliche FundamentalistInnen oder IslamistInnen im Kreis Tübingen.

Wir bitten unsere Leser*innen noch einmal, uns Hinweise auf rechte und reaktionäre Aktivitäten zukommen zu lassen, um den Recherche-Antifaschismus für den Kreis Tübingen zu unterstützen.

Wir wünschen allen Leser*innen ein antifaschistisch erfolgreiches Jahr 2022!
Kann ja nur noch besser werden 😉

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Deutsche Ausgabe von Buch von prominenten Impfgegner erscheint im Kopp-Verlag

Im Kopp-Verlag soll im Februar 2022 das Buch „Das wahre Gesicht des Dr. Fauci“ von Robert F. Kennedy Junior erscheinen.

Angegriffen wird in dem Buch Anthony Stephen Fauci laut Wikipedia „Berater aller US-Präsidenten und ihrer Regierungen – seit dem Kabinett von Ronald Reagan – auf den Gebieten der Biogefährdung“.

Buchautor ist der Rechtsanwalt Robert F. Kennedy Junior entstammt der berühmten US-Familie Kennedy ist aber vor allem ein bekannter Impfgegner.
Er trat am 29. August 2020 bei einer Querdenken-Demonstrationen in Deutschland auf.

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Steffen Hammer spricht Biografie von Nazi-Rocker ein

Der rechte Szene-Anwalt Steffen Hammer aus Reutlingen hat das Hörbuch „Ian Stuart – Der Rockrebell“ eingesprochen, was im Dezember 2021 bei „Skrewdriver Service“ erschienen ist.

Der Brite Ian Stuart Donaldson (1957-1993) ist so etwas wie der Vater des Rechtsrock, der mit seiner Band „Skrewdriver“ das Genre begründete.
Das Hörbuch ist die deutsche Übersetzung des 2002 erschienenen Buchs „Nazi Rock Star“ eines ‚Paul London‘ (Pseudonym).
Steffen Hammer ist zwar derzeit vor allem als rechter Szene-Anwalt aktiv, aber er war jahrelang auch selbst in der Rechtsrock-Band „Noie Werte“ aktiv. Kurz vor Donaldsons Tod 1993 traf der noch junge Steffen Hammer selbst die Rechtsrock-Legende.

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Corona-Proteste auch für Rottenburg angekündigt

Für den 27. Dezember 2021 war auch in Rottenburg am Neckar eine Demonstration der rechts-offenen Pandemie-Leugner*innen angekündigt.

Es ist unklar, ob die Demonstration auch tatsächlich stattgefunden hat.

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christlich-fundamentalistische Flyer in Reutlingen aufgetaucht

Im Reutlinger Stadtgebiet sind Mitte 2021 christlich-fundamentalistische Flyer aufgetaucht, die u.a. Homosexualität als Sünde diffamieren und in eine Reihe mit der Sünde Mord stellen.

Die Flyer stammen von einer „Internationalen Christen Gemeinde“ mit Sitz in Soltau.

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Reutlingen: erneuter Aufmarsch von 1.000 Pandemie-Leugner*innen

Am 18. Dezember 2021 kam es in Reutlingen zu einem Aufmarsch von 1.000 Pandemie-Leugnerinnen. Darunter befanden sich auch extreme Rechte, wie Aktivist/innen der Neonazi-Kleinstpartei „Der III. Weg“ oder Träger der Nazi-Klamottenmarke „Ansgar Aryan“. Trotz der fehlenden Anmeldung und der Anwesenheit von 700 Polizei-Beamt*innen schafften es etwa ab 18.30 Uhr sich hunderte Pandemie-Leugnerinnen in der Lederstraße zu sammeln.

Nach erfolglosen Versuchen, u.a. sich in der Pomologie zu sammeln, gelang es schlussendlich sich erfolgreich über Telegram-Kommunikationskanäle zu koordinieren. Nach dem Singen der Nationalhymne – wobei aber nicht alle mitsangen – setzten sich die 1.000 Pandemie-Leugnerinnen in Bewegung, um gleich danach an der Stadthalle von der Polizei aufgehalten und eingekesselt zu werden.

Mehrere hundert Personen entkamen diesem Kessel und setzten ihre Spontan-Demonstration Richtung Hauptbahnhof erfolgreich fort.
Gerufen wurde vor allem „Widerstand!“ und „Friede, Freiheit, keine Diktatur!“.
Die Mehrheit der Demonstrierenden schienen mittelalte Männer zu sein, aber auch Familien waren vertreten.

Kommentar
Das Problem sind aus Sicht dieses Watchblogs nicht die Verstöße gegen das Versammlungsgesetz. Zu anderen Themen wären friedliche Blockaden gegen z.B. einen extrem rechten Aufmarsch ein Ausdruck einer engagierten Zivilgesellschaft.
In Reutlingen handelt es sich aber um eine verschwörungsideologische Demonstrationen mit weit geöffneter Flanke nach Rechtsaußen, die eine real existierende Pandemie und ihre Gefährlichkeit leugnen.
Eine Blick in die größte Reutlinger Telegram-Gruppe mit dem Namen „Reutlingen steht auf“ mit über 1.000 Mitgliedern (Stand: 20.12.21) zeigt die Normalisierung von Reichsbürger-Ideologie, die beständig und weitgehend ohne Widerspruch eingespeist wird.

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Tübingen: Antisemitische Markierung auf einem Wahlplakat im September 2021

Am 10. September 2021 gab es in Tübingen die antisemitische Markierung eines Wahlplakates des SPD-Bundestagskandidaten.

Darüber berichtete der „Bundesverband RIAS e.V.“ in seiner Auswertung zum Wahlkampf 2021.

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Reutlingen: Hakenkreuzschmierereien am Landratsamt

Am Morgen des 13. Dezember 2021 entdeckte man am Landratsamt in Reutlingen mehr als zehn rote Hakenkreuze.

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Reutlingen: 1.500 Pandemie-Leugner*innen marschierten am 11. Dezember durch die Innenstadt – Angriffsversuche durch Neonazis

Am 11. Dezember 2021 kam es in Reutlingen zu einem Massenaufmarsch von 1.500 bis 2.000 Pandemie- Leugnerinnen, um gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu protestieren. Ursprünglich fand an den Samstagen davor eine Demonstration von einer Gruppe statt, die sich als „die letzte Welle“ bezeichnete. Nach der pandemie-bedingten Verschärfung der Teilnahme-Regeln sagte diese Gruppe bzw. der Anmelder „Enne“ allerdings die angemeldete Demonstration am 11. Dezember 2021 ab. Stattdessen tauchten im Internet, besonders in den einschlägigen Telegram-Kanälen Aufrufe zu einem Spaziergang mit Kerzen auf. So versammelten sich am 11. Dezember 2021 gegen 18 Uhr etwa 1.000 Personen unangemeldet auf dem Marktplatz in Reutlingen und weitere am Tübinger Tor. Nachdem die ersten Versammelten auf dem Marktplatz die Anweisungen des Ordnungsamts-Chefs in Bezug auf die Corona-Auflagen ignorierten wurde die Versammlung aufgelöst. Nach Anlaufschwierigkeiten entstand ein Aufmarsch in Richtung Karlstraße und Zentraler Omnibusbahnhof, der laut SWR 1.500 Personen umfasste. In diesem Aufzug liefen auch Aktivisten der Neonazi-Kleinstpartei „Der III. Weg“ mit, ebenso wie einige AfD-Mitglieder und Reichsbürgerinnen. Skandiert wurde „Freiheit“ oder „Widerstand“.

Polizeikräfte, die den Aufmarsch am Zentralen Omnibusbahnhof zu stoppen versuchten, wurden weg gedrängt, es kam zu einem erfolgreichen Durchbruch. Dabei kam es zu Gewalt von beiden Seiten.

Erst durch das Heranziehen weiterer Polizeikräfte aus anderen Präsidien konnten bis 21 Uhr einige der Marschierer im Bürgerpark gekesselt werden. Es wurden Personalien erhoben und 100 Platzverweise erteilt.

Nach unseren Informationen kam es zu mindestens vier Angriffsversuchen von Neonazis aus den Reihen der Kleinstpartei „Der III. Weg“ auf Passant*innen, zweimal im Bereich des Zentralen Omnibusbahnhofs, an der Stadthalle und in der Wilhelmstraße
Die Neonazi-Kleinstpartei berichtete erfreut unter der Überschrift „Reutlingen ist erwacht: Der Widerstand wächst gegen ein krankes System“ über den Aufmarsch auf der Bundes-Homepage. Ebenso gab es eine Jubelmeldung bei einem nahe stehenden Twitter-Account.

Ein Augenzeuge berichtet:
„Von den angreifenden Neonazis, welche in mindestens einer Gruppe von ca. 10-15 Personen vertreten waren, taten sich besonders zwei hervor. Beide waren mit Mützen des „III. Weg“ bekleidet, trugen schwarze Kleidung und waren vermummt. Eine Person war etwas kleiner mit schmächtiger Statur und hellen Augenbrauen. Die andere Person war größer gewachsen mit dicklicher Statur und dunklen Augenbrauen. Bei letzterem handelt es sich um den bekannten Neonazi und „III. Weg“ Aktivisten Nick Mauser, welcher bei allen Angriffsversuchen die Initiative ergriff und teilweise aus mehreren Hundert Metern auf die Angegriffenen zu rannte.““

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