Tübinger Hohenrain-Verlag kriselt insgesamt

Das das extrem rechte Magazin „Deutschland in Geschichte und Gegenwart“ (DGG) Ende 2017 eingestellt wurde, ist offenbar ein allgemeines Symptom der Krise des Hohenrain-Verlags.

Der Verleger Bernhard Grabert schrieb in seinem Editorial in DGG 4/2017:

„Mit der vorliegenden Ausgabe von Deutschland in Geschichte und Gegenwart (Nr. 4/ 2017) möchte ich mich ganz persönlich an meine Leser wenden. Die Zeitschrift wurde vor 65 Jahren von meinem Großvater gegründet und anschließend von meinem Vater weitergeleitet. In dritter Generation führe ich sie nun seit 2013 fort. […] Leider sieht die Politische Korrektheit viele unserer Aufsätze als gefährdend an und hat dies nun in einer Indizierung von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) mit Heft 2/2016 kurz vor Ende des Jahres 2017 beanstandet/bestätigt. Im genannten Heft hatten wir sozusagen am »Puls der Zeit«, wie andere Medien auch, Merkels unheilvolle Flüchtlingspolitik und die damit einhergehenden Ausschweifungen einer scharfen Kritik unterzogen. Das war offenbar nicht der Geschmack der Antifa und gewisser >Gutmenschen<. So kam es dann zu dieser Indizierung, die von einem Dreiergremium der BPjM beschlossen wurde. Uns wird zur Last gelegt, daß einige Artikel geeignet seien, »Kinder und Jugendliche sozialethisch zu desorientieren«, wie das Tatbestandsmerkmal Gefährdung der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihrer Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigem in §18 Abs. 1 Satz 1 JuSchG nach ständiger Spruchpraxis der Bundesprüfstelle sowie höchstrichterlicher Rechtssprechung auszulegen ist«.

[…] Das gerade zu Ende gegangene Jahr 2017 war für meinen Verlag im wahrsten Sinne des Wortes katastrophal. Über den Brand bei unserem direkten Nachbarn am 27. Juni 2017 und die damit verbundene totale Einrußung des kompletten Verlagsgebäudes bzw. -lagers habe ich Ihnen in unserem Euro-Kurier, Ausgaben 4 und 5, ausführlich berichtet. Leider sind wir immer noch damit beschäftigt, neben dem Erhalt der Verlagsarbeit das Lager zu räumen und die verrußten Titel zu entsorgen oder zu reinigen. Eine Reinigungsfirma soll jetzt den Bürobereich säubern, was einen logistischen Spagat darstellt. Die Sanierung des Lagers folgt dann später.

Daher möchte ich Ihnen nun mitteilen, daß ich die Zeitschrift Deutschland in Geschichte und Gegenwart ab dieser Ausgabe bis auf weiteres einstellen werde. Diese Entscheidung fiel mir nicht leicht, aber in Absprache mit meiner Familie und guten Freunden kam ich zu diesem Entschluß. Nicht nur besagtes Verfahren macht diesen Schritt erforderlich, sondern auch das einschneidende Brandereignis mit nicht abschätzbarem wirtschaftlichem Schaden.“

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Tagblatt-Artikel spielt mit Klischees über arme Menschen

Die Tübinger Tageszeitung „Schwäbisches Tagblatt“ veröffentlichte unter der Überschrift „Waldstück wird zur Müllkippe“ am 8. Januar 2018 einen Artikel über ein Not-Zeltlager, in dem Menschen aus Rumänien (Tagblatt: „campende Rumänengruppe“) übernachtet haben. Solche Armuts-Camps gab es bereits mehrfach in den Wäldern in und um Tübingen.

Behörden, wie auch in diesem Fall das Tagblatt, beklagen die Müll-Hinterlassenschaften der Camp-Bewohner*innen. Es wird im Artikel sogar angedeutet, dieser sei bewusst verteilt worden („Sogar zwischen den vielen jungen Bäumchen liegt der Müll so sorgfältig verteilt, als sei er extra drappiert worden.“).

Sicherlich ist der zurückgelassene Müll ärgerlich, doch zuallererst sollte gefragt werden, in welcher Situation Menschen sein müssen, um bei dieser Temperatur in dünnen Zelten zu übernachten. Für Familien gibt es in Tübingen keine Notübernachtungsplätze, die ohnehin nur in einstelliger Zahl vorhanden sind.

Es ist die pure Not, die Menschen aus Rumänien in die Tübinger Wälder treibt. Der Tagblatt-Artikel gibt kritiklos die Worte des Ordnungsamtschef Kaltenmark wieder: „Sie behaupten, sie suchen Arbeit, kommen aber um zu betteln.“ Woher Kaltenmark dieses Wissen nimmt, ist unklar. Es ist vielmehr zu fragen, ob die erfolglose Arbeitssuche – die auch zum Teil auf falschen Versprechungen und Illusionen fußt – zum Betteln als Not-Erwerb führt. Übrigens auch Betteln kann durchaus als Arbeit verstanden werden.

Der Müll ist auch eine Folge der fehlenden Infrastruktur. Wer z.B. Fäkalien im öffentlichen Raum beklagt, die/der sollte auch das Fehlen von Toiletten erwähnen. Sonst entsteht der fatale Eindruck, es gehöre zu dem Wesen der verantwortlichen Menschen so zu leben.

Statt über Armut wird in dem Artikel leider nur über Arme geklagt. Dabei ist vor allem der Artikel ein Armutszeugnis. Er ist journalistisch auch deswegen keine Glanzleistung, da offenbar nirgendwo versucht wurde mit den im Artikel Beschriebenen einmal selber zu sprechen. Das ist natürlich schwierig, da sie wieder abgereist sind, wäre aber mit dem entsprechenden langen Atem durchaus möglich gewesen.

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Nächster IB-Stammtisch für 22. Februar angekündigt

Die extrem rechte „Identitäre Bewegung“ kündigt für den 22. Februar erneut einen Stammtisch in Tübingen an.

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Rechter Szene-Anwalt Steffen Hammer aus Reutlingen referierte bei rechter Gruppe im Saarland

Das Infoportal „Blick nach Rechts“ schrieb in einem Artikel über das rechte Netzwerk von „Ein Prozent“:

Für die „Unterstützergruppe Saar der 1 % Bewegung“ lud der bekannte rheinland-pfälzische Neonazi und Hooligan Sascha Wagner zum monatlichen Stammtisch nach Saarbrücken ein. Zum 1. Dezember 2017 rief er die „lieben Freunde des Widerstands gegen Merkels Asylpolitik“ zur Veranstaltung mit dem „patriotischen Rechtsanwalt“ Steffen Wilfried Hammer aus Stuttgart auf. Das Thema: „Notwehrrecht – Vorsicht bei Notwehr und Nothilfe!“

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Tübinger AfD-Kreisverband stellt sich hinter Höcke

Die AfD Tübingen schrieb am 29. Januar 2018 auf Facebook in Reaktion auf die Kritik an dessen Türkei-Rede:

Der KV Tübingen stellt sich vollinhaltlich hinter Björn Höcke. Selbstverständlich muss mit dem Islam am Bosporus Schluß sein, stellt diese Meerenge doch auch die Grenze zwischen Europa und Asien dar. Und genau das meinte Höcke eben: Für den Islam soll es IN EUROPA keine Zukunft geben.“

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Aktivistin der AfD Tübingen auf rechter Demonstration in Kandel

An der rechten Demonstration im rheinland-pfälzischen Ort Kandel am 29. Januar 2018 beteiligte sich hinter dem Fronttransparent mit Deutschlandfahne auch die AfD-Aktivistin Sigrid Uhle-Wettler aus Gomaringen.

Uhle-Wettler ist seit 2003 Klavierlehrerin, Keyboard-und Blockflötenlehrerin in Gomaringen, Chorleiterin bei verschiedenen Chören und Liederkränzen der Umgebung und Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes.

Früher wohnte sie im Rems-Murr-Kreis und war 2015 für kurze Zeit mit Ralf Özkara Sprecherin des AfD-Kreisvorstands. Zeitweise soll sie auch eine Mitarbeiterin der AfD in Baden-Württemberg gewesen sein.

Sie ist auch Unterzeichnerin einer Petition vom Oktober 2017 für den extrem rechten Antaios-Verlag.

KORREKTUR

Wie uns zugetragen wurde, ist Frau Uhle-Wettler nunmehr in Jungingen ansässig und dort Mitglied im AfD-Kreisverband als Beisitzerin Mitglied im Kreisvorstand.

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Kirchentellinsfurt: aus hilfsbedürftigen Obdachlosen wird eine Gefahr gemacht

In kleinen Orten werden Fremde schnell zur Gefahr erklärt. So auch ein verwahrloster obdachloser Mann, der durch Kirchentellinsfurt irrte.

Am 29. und 30. Januar wurde der Obdachlose in Kirchentellinsfurt wahrgenommen und ohne jeden Grund zur Gefahr u.a. für Kinder erklärt. Über soziale Netzwerke wurde die Suche nach ihm, die teilweise zur Jagd ausartete, koordiniert.

Der Druck der BürgerInnen war schließlich offenbar so groß, dass die Polizei sich an der Suche beteiligte und ihn schließlich auch aufgriff. Statt ihm zu helfen, erteilte sie ihm ein Aufenthaltsverbot. Begründung: Er sei als Kleinkrimineller (u.a. wegen kleiner Diebstähle) aktenkundig.

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