möglicher vergessener rechter Mord in Tübingen 1988

Der mutmaßlich rassistisch motivierte Tod des iranischen Asylbewerbers Kiomars Javadi [1] ist zwar nicht mehr so bekannt, wie er sein sollte, aber immerhin ist er nicht vollkommen in Vergesssenheit geraten oder wurde gleich von Anfang an übersehen.
Ein altes Flugblatt des „Iranischen Vereins Tübingen“ von 1988 weist auf einen weiteren möglichen rassistischen Mord an Hassan Khosroparviz hin.

Der iranische Asylbewerber war im Neckar tot aufgefunden worden. In dem Flyer heißt es:
„Am 21. März wurde im Schwäbischen Tagblatt berichtet, daß zwei Berber in Tübingen bei der Eberhardsbrücke zusammengeschlagen wurden. Dabei wurde vermutet, daß noch eine weitere Person, ein Ausländer hinzugekommen ist. Gleichzeitig soll jemand nach Zeugenaussagen in den Neckar geworfen worden sein. Es wurde der Besitzer einer Jacke gesucht, die nach Meinung eines Freundes von Hassan diesem gehörte.“
Da der 21. März 1988 ein Montag war, bezieht sich der Tagblatt-Artikel vermutlich auf den 19. oder 20. März 1988 als möglichen Tat-Tag.
Einem Monat später – so das Flugblatt – sei die Leiche gefunden worden. Das Flugblatt fordert die Aufklärung des Todes:
„Wir Iraner möchten nicht, daß dieser Tod verschwiegen wird, wir denken, daß wir und die Öffentlichkeit ein Recht darauf haben, zu erfahren: Wann die Leiche gefunden, wo sie jetzt ist, was mit ihr gemacht werden soll und warum man solange nicht von dem Fund und der Identität gehört hat.
Von der Polizei wurde un geagt, daß nur Familienangehörige über dass Ermittlungsverfahren auf dem Laufenden gehalten werden können. Da die meisten iranischen Asylbewerber und Asylanten jedoch alleine hier sind, heißt das dann, daß niemand das Recht hat zu erfahren, wie jemand gestorben ist und was, wie in diesem Fall gemacht wird, um die Täter zu finden?“

Laut einem Zeitzeugen rühmten sich Mitglieder der Familie S. aus Entringen der Tat.
Diese Familie soll eine Familie mit mehreren Söhnen (u.a. Christian, Stefan) gewesen sein, die der Zeitzeuge als „Faschos“ bezeichnete.
Diese sollen zu einer rechten Jugendclique gehören, die in einem Bauwagen zwischen Entringen und Poltringen ihren Treffpunkt hatten.
Mindestens zwei der Söhne traten als Skinheads auf, andere im Militär-Dress.
Das Opfer beschreibt der Zeitzeuge als „manchmal laut, aber harmlos“. Er wohnte in der Thiepval-Kaserne.

Stell Dir vor, es geschieht ein möglicherweise rassistisch motivierter Mord und (fast) keinen interessiert es.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kiomars_Javadi

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AfD-Kundgebung am 10. Juli 2021 in Reutlingen

Am 10. Juli 2021 fand in Reutlingen eine AfD-Kundgebung statt, an der etwa 50 Personen teilnahmen.
Es sprachen Hans Jörg Schrade aus Reutlingen (AfD-Kandidat im Wahlkreis Reutlingen), Dr. Klaus Lang (AfD-Bundestagskandidat aus Bayern), Dr. Rainer Rothfuß (AfD-Bundestagskandidat aus Bayern) und Dr. Christina Baum (Ex-AfD-MdB).
Während Lang sich als Impfkritiker versuchte, relativierte Rothfuß die NS-Verbrechen, indem er davor warnte das diese nie wieder geschehen sollten, „sei es durch die Shoah oder die Impfung“.

Der große Wagen der AfD, der als Rede-Tribüne fungierte, stammte von der Autovermietung Hartter mit Sitz in Metzingen.

Das Publikum bestand größtenteils aus älteren Menschen. Einer der wenigen Jüngeren war Max Gerner, der als Ordner fungierte. Gerner ist seit September 2020 stellvertretender Sprecher im Vorstand des AfD-Kreisverband Reutlingen und Mitarbeiter des AfD-Landtagsabgeordneten Joachim Steyer.
Auch der ehemalige Reutlinger AfD-Landtagsabgeordnete Hans Peter Stauch war im Publikum zu entdecken.

Der Gegenprotest bestand aus etwa 200 Personen, von denen ein Großteil 100 Meter entfernt demonstrieren mussste, weil die Polizei sie abdrängte.
Im Anschluss an die Demonstration kam es zu Ingewahrsamnahmen und Polizei-Repression durch Schlag- und Trett-Attacken, die sich bis auf das Gleis am Reutlinger Hauptbahnhof hinzogen.

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Testzelt in Reutlingen angezündet

In Reutlingen wurde vermutlich am 3. oder 4. Juli 2021 ein Pavillon für Corona-Tests angezündet und infolge de Brandes zerstört.
Die Polizei hat drei Verdächtige festgenommen.
Interessant wäre es zu wissen, ob die Täter zu den Pandemie-LeugnerInnen gehören.

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AfD-Kundgebungen am 10. Juli in Reutlingen angekündigt

Am 10. Juli 2021 will die AfD in Reutlingen ab 14 Uhr vor der Stadthalle ihren Bundestagswahlkampf einläuten.

Angekündigt sind Redebeiträge von Hans Jörg Schrade aus Reutlingen, Dr. Klaus Lang, Dr. Rainer Rothfuß und Dr. Christina Baum
Rothfuß war eine Zeit lang Geografie-Professor in Tübingen, der zuletzt Verschwörungsideologen an die Universität einlud und Schrade ist AfD-Bundestagsdirektkandidat im Wahlkreis Reutlingen.

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Personalie im Tübinger AfD-Kreisvorstand bekannt geworden

Durch seine Unterschrift unter der „Dresdner Erklärung“ des Höcke-Flügels von 2020 ist bekannt geworden das ein Rickmer Stohp aus Tübingen Mitglied im Kreisvorstand der AfD Tübingen ist.

Eine Person des selben Namens war 2017 Online-Kommentator bei dem extrem rechten Magazin „umwelt&aktiv“.
Auf Facebook likte er vor einiger Zeit den „Norddeutschen Baumdienst“ des Neonazis Sebastian Richter.
Er ist Autor der Broschüre „Der Oeschberg-Palmer-Obstbaumschnitt“. Das Thema ist harmlos, aber erschienen ist die Schrift im rechten Manuscriptum-Verlag.

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Rechte Veranstaltung in Pfullingen geplant

Am 1. September 2021 soll im Tierschutzzentrum in Pfullingen (Kreis Reutlingen) eine Veranstaltung mit Thomas Berthold stattfinden. Veranstalter ist „PI Politik Spezial Magazin“.
PI steht für „Privatinvestor“, einem Format des rechten Krisentheoretikers Max Otte.

Thomas Berthold aus Frankfurt/Main ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler.
Seit einiger Zeit engagiert sich bei Querdenken. In diesem Zusammenhang war er auch Interviewpartner für das extrem rechte Magazin COMPACT und die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“.

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Neonazi-Kleinstpartei flyerte in Reutlingen

Laut eigener Angabe verteilten AktivistInnen der Neonazi-Kleinstpartei „Der III. Weg“ am 13. Juni 2021 in Reutlingen-Storlach Flyer zum Thema „Linksextremismus stoppen!“.

Die Flyer-Verteilung fand ihm Rahmen einer landesweiten Kampagne statt.

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Auswertung: ein Jahr Proteste von Pandemie-LeugnerInnen im Kreis Reutlingen

Insgesamt fanden von Mai 2020 bis Ende Mai 2021 im Kreis Reutlingen mindestens 40 Demonstrationen von Pandemie-LeugnerInnen statt.
Davon fanden 38 in Reutlingen, eine in Engstingen (17.04.2021) und eine in Pfullingen (14.12.2020) statt.
Zwei der Demonstrationen in Reutlingen (11.05.2020, 18.05.2020) wurden von einem AfD-Mitglied angemeldet.
Vier weitere wurden von der Regionalgruppe von „Eltern stehen auf“ veranstaltet (30.10.2020, 18.12.2020, 06.02.2021, 13.05.2021).
Die weitaus meisten Demonstrationen wurden aber unter dem Label „Lichterspaziergang“ (23.11., 07.12., 14.12., 21.12., 28.12., 11.01., 18.01., 25.01., 30.01., 06.03., 13.03., 20.03., 27.03., 04.03., 17.04., 24.04., 01.05., 08.05., 15.05., 22.05.) veranstaltet – insgesamt 20. An diesem nahmen meist zwischen 100 und 200 Personen teil. Tendenz in den letzten Wochen eher gegen 100.
Weitere Aktionen waren Schilder-Präsentationen an der Straße, Autokorsos und mindestens ein Picknick.

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Kopp-Buch: „Krankheiten werden nicht durch Viren übertragen!“

Im Kopp-Verlag erschien dieser Tage das Buch „Der Ansteckungsmythos“ von Dr. Thomas S. Cowan und Sally Fallon Morell, in dem offenbar Viren als Krankheitsüberträger geleugnet werden.

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Auswertung: ein Jahr Proteste von Pandemie-LeugnerInnen im Kreis Tübingen

Insgesamt fanden von Mai 2020 bis Ende Mai 2021 im Kreis Tübingen mindestens 18 Demonstrationen von Pandemie-LeugnerInnen statt.
Davon wiederum fanden in der Stadt Tübingen 14 statt und drei in Ofterdingen (26.04., 14.05., 28.05.).

Bis Dezember 2020 veranstaltete „Querdenken 7071 – Tübingen“ fünf Kundgebungen in Tübingen (23.05., 30.05., 13.06., 27.06., 31.10.). Die Aktionsform Autokorso entwickelte sich zwar aus der Querdenken-Telegram-Chatgruppe, fand aber ohne das „Querdenken“-Label statt.
Insgesamt gab es mindestens sechs Autokorsos (09.12., 14.12., 19.03., 01.04., 16.04., 23.04.), in der Regel mit 10 bis 20 Autos.
Wir könnten aber auch mehrere Autokorsos nicht erfasst haben.

Der zahlenmäßige Höhepunkt war sicherlich der Stopp der Corona-Info-Tour auf dem Tübinger Festplatz (16.11.20), den 400 Personen besuchten.

Ein am 12. März 2021 versuchter Aufmarsch des „Elternnetzwerk Baden-Württemberg“ scheiterte an Gegenblockaden und wurde am 10. April 2021 mit ca. 300 Personen (leider) erfolgreich nachgeholt.

Im Vergleich zu den benachbarten Kreisen Reutlingen und Zollernalb sind Protest-Aktivitäten der Pandemie-LeugnerInnen eher schwach ausgeprägt.

ERGÄNZUNG (07.06.21)
Zu den Demonstrationen im Kreis Tübingen kommen noch drei in Rottenburg (23.11.20, 28.11.20, 06.02.20).
An der Demonstration am 28. November 2020 nahmen 350 bis 800 Personen teil.

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